Tipps und Tricks rund um's Plotten

Cricut Maker -
verrutschende und sich auflösende Gummirollen wechseln

Hinweise vorweg

ACHTUNG: Bitte die verrutschenden und sich auflösenden Gummirollen nicht während Eurer Garantiezeit wechseln, sondern bei Problemen mit den Rollen den Kundenservice von Cricut kontaktieren. Durch Öffnen des Gerätes verliert Ihr nach meiner Kenntnis den Anspruch auf bestehende Garantien.

Ich stehe in keinerlei Verbindung mit Rollen-Herstellern, sondern gebe hier lediglich mein persönliches Vorgehen und Erfahrungen wieder und übernehme keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, Korrektheit. Die Nachahmung durch Euch erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr.

Generell gilt: Keinerlei Gewalt anwenden! Doch auch wenn Ihr vorsichtig vorgeht, können leichte Kratzer o.ä. an Eurem Gerät entstehen (ich konnte bei mir nichts feststellen). 

Zum Vergrößern der Fotos bitte darauf klicken. 
Nachfolgend noch ein paar Informationen zu den Arbeitsschritten – einfach aufklappen.

Seit Monaten ärgere ich mich über diese wandernden und mittlerweile auch aufbröselnden Gummirollen. Aus der Garantiezeit bin ich raus. Also bleibt mir über kurz oder lang nur: einen neuen Plotter kaufen oder Rollen austauschen. Da mein Cricut Maker noch tipptopp funktioniert, kann und will ich mich einfach noch nicht von ihm trennen …

Die (Link zu etsy) neuen Rollen liegen nun schon länger hier. Ein (Link zu YouTube) Video zum Einbau wird vom etsy-Verkäufer auch empfohlen. Außerdem fand ich (Link zu YouTube) dieses Video hilfreich. Sieht gar nicht so schwierig aus. Gestern, 29.07.2023, raffte ich mich endlich auf, es zu versuchen …

Kurzum: So einfach wie es aussieht, war es nicht. Meine klare Empfehlung: ganz viel Zeit und Ruhe nehmen und nicht aufgeben – ich war manchmal wirklich nah dran … zumal nach meinem Empfinden im Video doch manche Schritte fehlen bzw. ich sie vielleicht auf der Tonspur durch mein schlechtes Englisch leider nicht mitbekommen habe …

Letztendlich bin ich heute, einen Tag später, total happy. Mein altes Schätzchen schnurrt wieder wie am ersten Tag. Und da ich vom Umbau viele Fotos gemacht habe, will ich Dir meine Erfahrungen nicht vorenthalten.

Meinen Rat bezüglich viel Zeit und Ruhe ergänze ich: Mach viele Fotos, dann fällt Dir der Wieder-Zusammenbau deutlich leichter. Der ging bei mir übrigens viel schneller und leichter als befürchtet – von den „Stolpersteinen“ mal abgesehen 😉

Netzstecker ziehen – USB-Stecker ziehen – Werkzeuge aus beiden Haltern entfernen – Schubladen leeren – kurzum: alles entfernen, was irgendwie rausfallen, sich lösen, verletzen (Messer!) könnte

kleine Zange – Auswahl an Schraubendrehern: kleiner Normaler, kleiner und großer Kreuz, kleiner Stern, kurzer kleiner Kreuz bzw. besser Winkel-Kreuz – kleines dünnes, aber stabiles Teil zum Anheben der Plastikleiste – Zahnarztspiegel für die 7 kleinen Kreuzschrauben im Inneren des Gerätes hilfreich – verschiedene Behälter zum Aufbewahren der Teile von den jeweiligen Arbeitsschritten, Beschriften nicht vergessen – Handy/Kamera, um viele Fotos zu machen – Putzmaterial, um den Plotter bei der Gelegenheit zu reinigen – heißes Wasser, um die neuen Rollen leichter aufziehen zu können
Ich hoffe, ich habe nichts Wesentliches vergessen. 
Die unterschiedlichen Schraubendreher sind gerade bei den ersten Schritten – dem Lösen der Schrauben – wichtig. Sollte hier etwas fehlen, kann man immer noch „zurückgehen“ 😉

Bereits hier wollte ich aufgeben … weil es so schwer ging … Jetzt weiß ich, das erste Mal geht es so schwer: zum einen sitzen die Steckverbindungen noch sehr stramm und zum anderen habe ich neben jedem Dorn/Zapfen an der Leiste einen kleinen Klebepunkt gesehen – also müssen diese auch noch gelöst werden.
Ich habe rechts an der Seite – wo man sieht, dass ein „Deckel“ drauf sitzt – mit einem kleinen Metallplätchen (von meinem Brother-Plotter) – angesetzt. Mit einem stabilen Plastikteil ist die Zerkratzgefahr wahrscheinlich geringer.
Bitte vorsichtig und gefühlvoll Schritt für Schritt lösen, damit nichts bricht. Dieser Arbeitsschritt dauerte deutlich länger als im Video gezeigt. Jetzt – nachdem ich die Leiste einmal entfernt habe – geht es schneller, da sie sich relativ leicht wieder abheben lässt.

Hierzu benötigst Du einen etwas ausgefalleneren Schraubendreher – Sternform und vorn länger und dünner, um besser drehen zu können. Die Schrauben waren bei mir  sehr fest angezogen. Um mehr Kraft ausüben zu können, habe ich mit der anderen Hand hinten, an der Stelle der jeweiligen Schraube gegengehalten. Nachdem alle 4 Schrauben gelöst sind, kannst Du den Deckel nach oben abziehen.

Dies ist nicht schwierig. Mit dem Werkzeug, womit Du die Plastikleiste aus Schritt 1 gelöst hast, kannst Du auch die Gummifüße an der Seite anheben und abziehen. Dann mit einem etwas größeren Kreuzschlitzschraubendreher die 4 (langen) Schrauben lösen.
HINWEIS: Bitte nicht vergessen, für Dich mit Fotos zu dokumentieren und alle Teile aus jedem Schritt beschriftet sicher aufzubewahren.

Nicht aufgeben 😉 Hier ist ein kleiner Winkelschraubendreher fast unerlässlich – alternativ ein ganz kurzer, mit dem Du allerdings einen guten Griff haben solltest. Mithilfe des Zahnarztspiegels kannst Du Dir einen besseren Überblick verschaffen und wirst sehen, dass die Schrauben in 2 Reihen versetzt angeordnet sind. Auf dem Foto habe ich dies veranschaulicht.
Um mehr Kraft ausüben zu können, habe ich auch hier von der anderen Seite (von oben an der Schraubenstelle) gegengehalten.

Das Gehäuse ist an der Rückwand auch noch mit Steckverbindungen befestigt, die sich lösen müssen – und jetzt schon der Hinweis: beim Wiederzusammenbau an dieser Stelle besonders darauf achten, dass alles zusammenpasst.
Rechts im Gehäusedeckel sitzt eine Platine von der ein Kabelstrang zum Gerät führt. Deshalb das Gehäuse rechts ablegen und entscheiden, ob Du das Kabel am Gerät oder im Deckel lösen möchtest (den Stecker ziehen). Ich habe mich für den Deckel entschieden, da es mir leichter erschien. Und mache Dir bitte kenntlich, welche Seite des Steckers beim Wiedereinstecken oben sein muss (wahrscheinlich ist nur eine möglich, aber so erwischst Du gleich die Richtige).

Jetzt arbeiten wir auf der rechten Seite des Gerätes – nicht schwierig 😉 Vorn ist eine Feder, die Du mit einer kleinen Zange nach oben ziehst und damit löst. Generell bei Federn: Fotos sind hilfreich, um beim Wiederzusammenbau zu erkennen, in welche Richtung die Bögen wieder eingehakt werden müssen.
Jetzt geht es mit dem kleinen Metall-Winkel-Teil weiter. Hinten (goldene Umrandung) befindet sich ein Sicherungsring (ich kenn von früher den Begriff „Sprengring“, das ist aber wohl etwas anderes ;). Diesen konnte ich gut mit einem kleinen Schraubendreher nach oben ziehen und entfernen. 
Jetzt kannst Du das Metallteil nach rechts abziehen – ggf. die Stang(en) innen etwas drehen, damit sich auch alles von den kleinen Stiften löst.

Jetzt noch (die etwas verstecktere Befestigung) an der linken Seite lösen.
Der Motor sitzt auf einer Metallplatte. Über dieser Platte verläuft waagerecht eine Feder. Diese muss von der Platte (links) gelöst werden – wieder mit einer kleinen Zange. Die Feder kann anschließend an der anderen Befestigung hängen bleiben – ABER beim Wiederzusammenbau nicht vergessen 😉
Nun die Platte mit dem Motor lösen: links zwei helle Schrauben. Rechts zwei schwarze Schrauben, die zusätzlich noch einen Metallwinkel, der nach vorn verläuft, festhalten. Dieser Metallwinkel wird also mit gelöst. Nachdem alle 4 Schrauben gelöst sind, den Motor mit der Platte nach links legen – ACHTUNG: vorn am Motor befindet sich eine kleine Scheibe mit Elektronik – sieht für mich empfindlich aus 😉
Den Metallwinkel unten von dem Plastikrohr heben und beiseite legen.
Jetzt kommt man an ein großes weißes Plastikzahnrad, was sich (leider) nicht abziehen lässt. (Ich hatte versucht, rechts die weißen störenden Plastikteile zu lösen – ist mir nicht gelungen.) Die gute Nachricht: die weiteren Schritte waren leichter als gedacht, auch beim Zusammenbau.
Eigentlich geht es jetzt ähnlich weiter wie auf der bereits gelösten rechten Seite. Die senkrechte Feder komplett lösen – weißes Plastikzahnrad so weit wie möglich nach vorn schieben – Sicherungsring am goldfarbenen Teil lösen (mit 1 oder auch 2 kleinen Schraubendrehern). Das war’s, die Stange mit den Gummirollen ist lose … leider nicht soooo einfach entnehmbar …

Kaum zu glauben – ich wollte aufgeben … aber das konnte ja wohl nicht wahr sein!
Die Stange muss in einer bestimmten Position verkantet werden. Ich kann mich noch erinnern, dass ich sie rechts so weit wie möglich durch die Öffnung geschoben habe und schräg nach links oben geführt habe – „irgendwie“ hatte ich sie dann plötzlich in der Hand. Hurra – ich kam mir vor wie ein Goldgräber 🙂

Ich wusste noch gar nicht, wie entspannend Putzen sein kann 🙂
Durch meine Notlösung mit dem verklebten Gewebeband an der Stange, hatte ich einige Klebereste zu entfernen (Öl – ich mag Balistol) ist hierzu meine erste Wahl. Und an das Innere des Plotters kommt man jetzt auch gut ran – also Küchentücher, Spiritus …

ACHTUNG: Ich schreibe hier meine Vorgehensweise – ich weiß nicht, wie viel Wärme Eure neuen Gummirollen vertragen.
In meinem Fall war der Tipp aus dem YT Video goldwert. Ohne Erwärmung hätte ich die Rollen wohl nur seeeehr schwer auf die Stange bekommen. Ca. 2 Minuten im ca. 80° C Wasser und schwupps, waren sie – durch die geringe Erweiterung nach der Wärmeeinwirkung – an Ort und Stelle. Ein Kinderspiel 😉

Vorweg: Das Zusammenbauen war leichter und schneller als gedacht – wenn mir da nicht doch noch der eine oder andere Stolperstein in den Weg gerollt wäre 😉

Thema Stange mit den neuen Gummirollen:
Die Stange hat rechts einen kleinen Absatz, der etwas dünner ist – deshalb passt sie rechts auch etwas tiefer in die Öffnung – und deshalb muss diese Seite natürlich beim Einbau auch wieder rechts sein 😉 Nach dieser „Erkenntnis“ ging die Stange leichter wieder rein als gedacht.

Den nächsten Stolperstein hab ich – warum auch immer nicht wirklich ernst genommen – deshalb „durfte“ ich – als ich fertig war – alle Schrauben noch einmal lösen und noch einmal festschrauben. Und deshalb: Achte bitte beim Aufsetzen des Gehäuses unbedingt auf die Rückwand. Du siehst dort Haken, dessen Gegenstücke am Gerät sind. Das muss genau ineinander passen und somit eine geschlossene Rückseite ergeben. (Bei meinem ersten Versuch habe ich nicht drauf geachtet und hatte eine gebogene Rückwand mit einem deutlichen Schlitz oben.)

Und um ggf. (eigentlich) nicht alles noch mal auseinanderschrauben zu müssen, habe ich – nachdem die Elektronik wieder zusammengesteckt war – einen ersten Test gestartet. Es schien alles perfekt (das mit der gebogenen Rückwand hatte ich noch nicht gesehen …).

Im Moment bin ich total happy mit dem Ergebnis. Einige Plots verliefen wunderbar – alles passgenau, ohne komische Geräusche. Nun hoffe ich natürlich, dass dies zum einen so bleibt und zum anderen die neuen Gummirollen länger halten – ich werde berichten 🙂

Tipps zum Plotten von Papier und Lösen von der Schneidematte

Vor dem Schneiden des Papiers

Es ist wichtig, dass die Papierstärke und die Klebekraft der Schneidematte zueinander passen. Je dünner das Papier desto weniger Klebekraft benötigt die Matte. Und gerade bei filigranen Objekten ist es wichtig, dass die Schneidematte sauber und nicht allzu tiefe Einschnitte (und damit Unebenheiten) hat. Bitte unterschätzt den Einfluss der Schneidematte auf gute Schnittergebnisse nicht!

Außerdem wichtig: Für Folien und Papier immer zwei unterschiedliche Messer benutzen. Papier macht das Messer deutlich schneller stumpf als Folie. Vergleichbar mit der „guten“ Stoffschere, die auch nur für Stoff verwendet werden sollte.

Lösen des geplottenen Papiers von der Schneidematte

Generell sollte immer die Matte vom Papier (nicht das Papier von der Matte) gelöst werden. Dies verhindert, dass sich das Papier rollte oder gar Risse bekommt.

Für mich ist es am einfachsten, wenn ich die Matte um eine (Tisch-)Kante biege und so die Matte vom Papier (was gerade bleibt) löse.

Aber ACHTUNG: Jedes Mattenmaterial verhält sich etwas anders, daher testet vorsichtig, inwiefern sich Eure Matte biegen lässt. Die Matte sollte selbstverständlich nicht brechen!

Im Video seht Ihr mein Vorgehen noch etwas deutlicher.

Tipp zur Lagerung von Papierbögen 50 x 70 cm und Plotterfolien: An Hosen bzw. Rockbügeln hängend in einem Kleiderschrank - Tipp von ARNi-Plott

Tipp zur Aufbewahrung/Lagerung von Papier-Bögen und kleineren Bahnen Plotterfolien

Papier/Karton - Bögen zum Plotten

Meine Papier-Bögen (50 x 70 cm, 220 g) bewahre ich hängend an einer Kleiderstange auf. Hierzu nutze ich die Rockbügel (Bumerang) von Ikea. (Hinweis: Inzwischen sieht das obere Holzteil der Bügel etwas anders aus, die Klemmen sind aber identisch).

Aus meiner Erfahrung hält das Papier ohne Verpackungsfolie besser – ca. 10 Bögen sind kein Problem.

Folien - (kleinere) Bahnen zum Plotten

Auch Plotterfolien in Bahnen (ca. 30 cm breit) lassen sich prima auf diese Weise hängend aufbewahren. Sind die Bahnen etwas breiter oder länger, biege ich sie in der Breite/Länge um (nicht knicken!) und klemme sie fest.

Ich mag eng gerollte Folien nicht, weil sie sich aus meiner Sicht schwieriger zuschneiden und auf die Schneidematte bringen lassen – und das Rollen in die andere Richtung löst gerade bei Vinyl häufig die Folie vom Trägerpapier.

Wichtiger Hinweis

Um Abdrücke an den Klemmstellen zu vermeiden, (gefaltete) Papierreste dazwischenklemmen.

Ich bin mit dieser Art der Aufbewahrung seit Jahren glücklich. Und es ist einfach schön und praktisch so durch seine Bestände zu „blättern“ 😃